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[Blogtour] Das Geheimnis der Mittsommernacht von Christine Kabus

Sonntag, 30. Oktober 2016





Hallo ihr Lieben,

Schwelgt ihr auch so gerne in längst vergangenen Zeiten? Findet ihr es auch so aufregend, zu wissen, was für die Damen der damaligen Zeit Mode war? Was trugen sie tagsüber, was zu Empfängen und Anlässen, wie sah die Wäsche darunter aus, die kaum jemand zu Gesicht bekam? Bei meiner Recherche im
Im Rahmen der Blogtour


Das Geheimnis der Mittsommernacht 

von Christine Kabus


bin ich auf eine interessante Seite gestoßen, die original erhaltene Kleidung aus der Zeit um 1895, in der der Roman spielt, sammelt und uns durch eine antike Modeboutique führt.
Mit freundlicher Genehmigung darf ich euch nun eine kleine Auswahl präsentieren.



Die 1893 erscheinende Damenzeitschrift und Modemagazin  "Dagmar" lud die Damen der feinen Gesellschaft zum Stöbern ein. 

Lasst und nun eine kleine Modeboutique der damaligen Zeit betreten. Viel Spaß!

Damen



Ende des 19. Jahrhunderts war die Zeit der weiten Reifröcke, der sogenannten Krinolinen endlich vorbei, die den Damen kaum die Freiheit ließ, sich untereinander die Hände zu reichen oder sich gemütlich hinzusetzen. 
Vielmehr wurde die Mode für heutige Verhältnisse immer eleganter und femininer.
Je nach Anlass gab es verschiedene Garderoben. Für Tagsüber zog man ein sogenanntes Tages oder Nachmittagskleid an, zum Flanieren ein Promenadenkleid. Wenn Gäste erwartet wurden, gab es Empfangskleider und für festliche Anlässe natürlich Ball oder Opernkleider.
Ich wüsste ja nicht, welches Kleid ich anziehen müsste, denn vom Stil her sehen sie zumnindest für mich alle relativ gleich aus, aber die Damen von damals kannten sehr wohl die Unterschiede.

Die nachfolgenden Kleider könnten die Protagonistinnen des Buches getragen haben. Nämlich Sofie Svartstein und auch ihre Schwester Silje, die behüteten Töchter des mächtigsten Bergwerkbesitzers.


Ein wunderschönes Gesellschaftskleid aus dem Jahre 1895.
Damals waren aufgepuffte Ärmel sehr modern, die man "Hammelkeulen" nannte. Ziemlich passend, findet ihr nicht?




(Woll)Capes dieser Art wurden zur Abendgarderobe oder für den Besuch der Oper und des Theaters verwendet. Sie mussten vor Kälte und Regen schützen, durften aber die Kleider darunter nicht zerdrücken. Und sie mussten schnell an- und abgelegt werden können.



Hier seht ihr ein Tages- oder Empfangskleid. Stellt ihr euch das nicht auch ziemlich unbequem vor, tagsüber in solch einem Kleid herumlaufen zu müssen?



Ich habe mich schon oft gefragt, wie die Damen es damals hinbekamen, nicht nur ihre Taillen, sondern auch den Po so schön zu betonen. Endlich habe ich die Auflösung gefunden: Das Po oder Sitzkissen, welches einfach über dem Korsett unsichtbar unter den Kleidern getragen wurde.
Dieses Po-Kissen ist ein schönes Beispiel, wie der Eleganz der Kleider der damaligen Zeit „auf die Sprünge“ geholfen wurde. Mit Hilfe eines solchen Pads wurde nicht nur Volumen auf der Rückseite der Kleider aufgebaut, sondern auch die Hüften der Frauen betont. 



Die Hüte der Damen waren damals mit allerlei Firlefanz bestückt. Ob Federn oder Seidenblumen, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.


 Promenaden oder auch Flanierkleid, welches man zum Spazierengehen trug 



wunderschönes Hochzeitskleid mit Schleppe aus Brokat und Seide aus dem Jahr 1895. Wieder sieht man die typischen Hammelkeulen.




 Damenschuhe aus dem Jahre 1895. Also ich würde beide glatt heute noch anziehen!


Was ist denn das, fragt ihr euch sicher! Ein Schlafanzug? Nein! Es ist das, was wir heute Badeanzug nennen, das sogenannte Badekostüm. Stellt euch mal vor, ihr müsstet mit dem Ding ins Wasser... und wieder raus... brrr, kalt!




links seht ihr eine elegante Ledertasche, unten eine Korbtasche, die sich bestimmt schon zu damaliger Zeit gut zum Einkaufen oder Kräuter Sammeln geeignet hat.
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Herren


Da hatten es die Männer doch wesentlich einfacher! Entweder trugen sie  Uniformen oder die neu in die Mode gekommenen Cut-Aways, die wie ihr Namen schon verrät, spitz geschnittene Gehröcke waren, die mehr Beinfreiheit erlaubten.
Dazu ein schwarzer Melonenhut wie auf dem Bild zu sehen oder ein hoher Zylinder zu besonderen Anlässen und fertig gekleidet war der Mann.


 Nur die Männerschuhe sind doch ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem elegant.



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Ich hoffe, euch hat diese kleine Führung durch diesen wundervollen Kleidersalon gefallen.
Die Bilder durfte ich euch hier mit freundlicher Genehmigung von Bernd Link  zeigen, der auf seiner Seite Antique-Gown solche Schätze, die - was ich wahnsinnig faszinierend finde - alle ausnahmslos Originale sind, präsentiert. Ich könnte stundenlang die Kleider betrachten und mir vorstellen, wie wohl die Personen aussahen, die in ihnen gesteckt haben ...

Die Quellenangaben für die verwendeten Bilder und Grafiken:
(c) Bernd Link und Dr. Raimar Kremer


An dieser Stelle ein rießengroßes Dankeschön für den freundlichen Kontakt und die Mühen, mir die Bilder in einer qualitativ hohen Auflösung zukommen zu lassen!
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Zum Abschluss noch ein paar  Facts zum Leben Ende des 19. Jahrhunderts in Norwegen:

  • Viele der Arbeiterfrauen, Bäuerinnen und Kleinbürgerinnen konnten sich keine Diener leisten und mussten den ganzen Tag schuften, um genug Haushaltsgeld zu erwirtschaften, damit die hungrigen Mäuler der teilweise kinderreichen Familien zu stopfen waren.
  • Obwohl sie sich teilweise krumm schufteten hatten sie nicht die Aussicht auf gleichen Lohn wie die Männer oder Mitspracherecht in Belangen, die sie genauso angingen wie ihre Männer, Brüder oder Väter. 
  • Ständig waren sie in Sorge um ihre Männer, ob sie wohl am Ende der Woche aus den Gruben heimkehren würden oder gar ihren mageren Lohn auf dem Heimweg vertranken.
  • Neugeborene Mädchen waren zu der damaligen Zeit leider noch nicht so viel Wert wie ein Stammeshalter.
  • Mit den Frauen wurde nicht über geschäftliches oder andere Probleme geredet, aus Angst der Männer als Schwächlinge dazustehen.
  • Das Durchschnittseinkommen eines  Mannes mit guter Stellung belief sich auf ca 3.000 Mark. Davon ließ sich eine Miete in der Großstadt für eine 3-Zimmer-Wohnung mit fließend Wasser und eigenem Badezimmer, die ca 40 Mark monatlich kostete, gut bezahlen.
  • Eine Familie mit solchem Einkommen konnte es sich leisten, unter der Woche Kotellets oder Schnitzel, oder am Wochenende einen typischen Sonntagsbraten zu servieren.
  • Qualitätvolle Lebensmittel wie gute Butter, echten Bohnenkaffe, Wein oder Schokolade konnten sie sich leisten.
  • Frauen war es seit einigen Jahren gestattet, nach dem Tod des Ehemannes, dessen Geschäfte weiterzuführen. Oft taten sie dies mit großem Sachverstand und Erfolg. Trotzdem strebten sie danach, sich nach der üblichen Trauerzeit rasch wieder zu verheiraten und als ehrbare Frau an der Seite des Mannes den ihr zugedachten Platz im Leben einzunehmen.


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Gewinnspiel


1. Preis: Ein signiertes Buch "Das Geheimnis der Mittsommernacht" 
+
 Elch-Lesezeichen 

2. Preis: Pfefferminzdragees in Elchdöschen und ein Elch-Bleistift


3. Preis: Aufkleber mit typisch norwegischen Motiven


Was ihr dafür tun müsst?
Beantwortet einfach meine heutige Frage und schon seid ihr im Lostopf.
Ausgelost wird unter allen kommentierenden Bewerbern.

Wie gefällt euch die Mode der damaligen Zeit? In welches der Kleider würdet ihr gerne einnmal schlüpfen?

Teilnahmebedingungen 
Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.


Den kompletten Tourplan findet ihr >>hier<<

Eine Kooperation der Netzwerk Agentur Bookmark


11 Kommentare:

  1. Sonjas Bücherecke hat gesagt…:

    Hallo,

    ein toller Beitrag. Mein absoluter Favorit ist das rote Gesellschaftkleid und die Schuhe sind ja auch der Hammer.

    Habe wieder viele neue interessante Dinge erfahren. Mir hat die Mode gefallen. Sieht einfach edel aus.

    Wünsche dir einen schönen Abend.
    LG Sonja

  1. Bettina Hertz hat gesagt…:

    Hallo,
    vielen Dank für deinen sehr informativen Beitrag. Auf dem Gaderobenständer sehen die Kleider alle ziemlich gut aus, ob sie gut tragbar, sprich bequem, waren, ist noch dahingestellt. Am ehesten würde ich mich in ein Promenadenkleid wagen.
    LG Bettina Hertz
    bettinahertz66@googlemail.com

  1. karin hat gesagt…:

    Hallo und guten Tag,

    hm, interessant mit welchen Tricks man damals schon gearbeitet hat oder? ...ein Push up für den Po.

    Da hat sich doch im Laufe der Zeit einiges geändert...keiner will heute eine eher dicken Po.

    Besonder gut gefällt mir das rote Gesellschaftskleid aus dem Jahre 1895. Gerne würde ich da mal reinschlüpfen

    ...auf der anderen Seite war alles sehr figurbetont und diese schmalen Taillen halte ich doch gesundheitsmäßig für sehr bedenklich...also mir würde das Mieder wohl die Luft abschnüren, das man sicherlich unten drunter brauche..... damit ich überhaupt in so ein Kleid hineinkommen würde....

    Aber egal es schaut trotzdem schön aus und da macht der Spruch sicherlich Sinn...für Schönheit muss man leiden..

    LG..Karin...

  1. Das war aber eine tolle Vorstellung der verschiedenen Klamotten. Ich mag das erste bordeauxfarbene Kleid, dass kann man schon mal tragen. ;)

    ♥liche Grüße - Deine Lenchen

  1. lesen und mehr hat gesagt…:

    Ja, es war schon eine interessante Modezeit ;-)
    Ich könnte mich am ehesten mit dem rostroten Gesellschaftskleid abfinden. Blau und weiss sind nicht meine Farben...
    Aber der Hut ist wirklich der Hammer. Da soll nochmal einer sagen, die 80er waren schräg ^.^
    Liebe Grüße
    Tanja

  1. Daniela Schiebeck hat gesagt…:

    Ich finde die Mode echt schick und würde dann die tollen Stiefel auswählen.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  1. Stern44 hat gesagt…:

    Hallo ,

    Toller und interessanter Beitrag und Fotos.
    Die Mode der damaligen Zeit gefällt mir sehr gut aber das wäre nicht für mich.
    Am besten gefällt mir das wunderschönes Hochzeitskleid mit Schleppe ,

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt (Stern44 )
    margareta.gebhardt@gmx.de

  1. Liane Mars hat gesagt…:

    Guten Morgen!
    Die Kleider sehen nach Luftabschnürung aus. Hilfe! Die Wespentaille ist ja Wespen-Wespentaille. Sieht alles sehr hübsch aus, aber ... ich mag meine Jeans. Aber eine echt spannende Übersicht!

  1. Tiffi2000 hat gesagt…:

    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die tollen Bilder... ich würde ehrlich gesagt keines davon tragen wollen, da ich glaube, dass alle sehr unbequem wären... sehr gut gefallen mir allerdings die Capes :)

    LG

  1. Anonym hat gesagt…:

    Hallo und vielen Dank für diesen schönen Beitrag zur Blogtour! Ich liebe Puffärmel und deshalb würden mir von der damaligen Mode vor allem die Kleider total gut gefallen. Am liebsten würde ich einmal in das Tages-/Empfangskleid schlüpfen.

    Viele liebe Grüße
    Katja

    kavo0003[at]web.de

  1. Alex Richter hat gesagt…:

    Hallo,
    ich bin auch so eine die sehr gerne in die Geschichte vor... eintaucht. Das Bordeauxfarbene Kleid würde mir sehr gefallen. Damals hatten die auch irgendwie die passenden Figuren dafür. ;)
    Ich war sehr beeindruckt von deiner Blogarbeit. Danke!
    Lieben Gruß Alex

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