. . . . . . . Neuzugänge. . . . . . . .

[Rezension] Leons Erbe von Michael Theißen

Samstag, 20. August 2016

Titel: Leons Erbe 
Autorin: Michael Theißen
VerlagBastei Luebbe - Mai 2016
ISBN:  978-3-7413-0014-1 - TB - 12,90 € 
ISBN978-3-7325-2510-2 - ebook - 5,99 €
Seiten: 300
Genre: Thriller


Für Katja bricht eine Welt zusammen, als ihr Sohn Leon bei einem Autounfall ums Leben kommt. Es ist der zweite schwere Schicksalsschlag in kurzer Zeit. Erst vor sechs Monaten ist ihre Schwester spurlos verschwunden. Als Katja nach Leons Trauerfeier einen Anruf erhält, überschlagen sich die Ereignisse: Ein Notar ist im Besitz einer Kiste, die Leon seiner Mutter vererbt hat. Als Katja die Kiste öffnet, entdeckt sie darin ein Armband, das ihrer Schwester gehörte. Wie ist ihr Sohn in den Besitz dieses Armbandes gekommen? Und warum hat er es bei einem Notar hinterlegt? Was will Leon seiner Mutter aus dem Tod heraus damit sagen? Für Katja beginnt eine Suche nach der Wahrheit – nichtsahnend, dass sie damit die Tür zu einem dunklen Familiengeheimnis öffnet ...




Michael Theißen, geboren 1986, studierte Sozialwissenschaften in Köln. Er lebt in Korschenbroich, zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf. „Leons Erbe“, sein erster Psychothriller, erschien im Mai 2016 bei Bastei Entertainment.


Was will denn die Dani mit einem Thriller, denken jetzt bestimmt einige von euch. Denn all zu viele finden sich hier nicht. Dazu muss ich sagen, bis vor circa zwei Jahren ( also noch vor der Eröffnung des Blogs) habe ich fast aussschließlich Thriller und auch sehr viel historisch gelesen, bevor mich das Fantasy und Dystopie Fieber gepackt hatte. Nur damit ihr nicht denkt, ich könnte in diesem Genre keine Vergleiche ziehen oder eine  konstruktive Meinung bilden.

Nun aber zu Leons Erbe, welches zwar ein kurzzeitiges durchaus spannendes Lesevergnügen war, alles in allem aber etwas überzogen auf mich wirkte.

Nachdem Katjas Sohn vor ein paar Tagen bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte, gerät ihr Leben zusehends immer mehr aus den Bahnen.
Als sie auch noch einen Anruf eines Notars erhält, der etwas von Leon für sie in Verwahrung hat, beginnt ein riesengroßes Verwirrspiel, das der Autor grundsätzlich gut rübergebracht hat.
Denn in dem Vermächtnis Leons befindet sich ein Armband. Und zwar genau das, welches sie ihrer vor einem halben Jahr spurlos verschwundenen jüngeren Schwester selbst geschenkt hatte. Wie kam Leon an dieses Armband? Und was hatte er mit ihrer Schwester zu tun?
Katja beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen, und obwohl sich der Thriller leicht weglesen lässt, packt der Autor doch so ziemlich alles an Zufällen hinein, was irgendwie in das Genre passt und locker für einige weitere Romane gereicht hätte
Dadurch wirkt die Geschichte auf mich etwas unglaubwürdig und überladen, so dass man kurzzeitig als Leser den Überblick verliert, was denn alles miteinander zu tun haben soll. Ein too much an Zufällen nahm mir hier etwas die Lust, mitzurätseln, was denn nun wirklich passierte.

Zudem war mir Katja nicht unbedingt sympathisch. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der sogar einen Detektiv anheuert, um den Unfallverursacher ausfindig zu machen, spürte ich relativ wenig von ihren Emotionen, obwohl wir sie aus ihrer Sicht durch ihre Nachforschungen begleiten. Der Tod ihres Sohnes ist erst einige Tage her und sie konzentriert sich eher darauf, ihre Schwester zu finden anstatt ihren Mann zu unterstützen. Natürlich kann ich hier Gottseidank nicht wirklich mitreden, aber Katjas Reaktionen und ihr Tagesablauf wirkten hier nichts desto Trotz abstruß auf mich. 

Das Ende, indem natürlich alles aufklärt wird, und das eher in einem Familiengeheimnis endet, ist wohl spannend, aber ebenfalls etwas überzogen und löst somit auch nicht diesen befriedigenden Aha-Effekt aus, wenn man am Ende merkt, man war als Leser doch auf der richtigen Spur oder das Gegenteil, wenn einen der Schluss von den Socken haut, weil man mit sowas nie gerechnet hätte.

Michael Thießen ein Autor, den man aber im Auge behalten sollte, denn seine Schreibweise hat definitiv den richtigen Ansatz mit viel Luft nach oben. Trotz der genannten Kriterien ist Leons Erben keinesfalls langweilig, im Gegenteil. Geradlinig und spannend führt er uns zum Ziel. Nur eben teilweise too much, sodass sich leider kein Gänsehautfeeling einstellen wollte.

Leons Erbe ist das Debüt eines Autors, den man im Auge behalten sollte. Was meiner Meinung an Zufällen und Zusammenhängen für mehrere Thriller gereicht hätte, packt der Michael Theißen hier in sein Erstlingswerk, so dass die ganze Geschichte leider etwas überzogen gewirkt hatte.
Trotz allem spannend , schnell und durchaus gut zu lesen. Nur fehlt eben noch der berühmte AHA Effekt und das Gänsehautfeeling, welches einen richtig guten Thriller Autor ausmacht.
3 von 5 Sterne








4 Kommentare:

  1. Dabei klingt der Klapptext doch so vielversprechend...

    ♥liche Grüße - Lenchen

  1. hm ich bin gerade am überlegen, wo ich schon eine Rezi über das Buch gelesen hatte... hm
    3 Sterne sind ja nicht viel, aber ich denke, ich werde mir mal selbst eine Meinung über das Buch machen :) Chris Carter musste es auch erst lernen :) LG Danni

  1. buch - leben hat gesagt…:

    Huhu,

    bei mir hat das Buch auch "nur" drei Sterne bekommen. Es hatte einen guten Ansatz, aber meiner Meinung nach einfach zu viele Zufälle...
    http://buch-leben.blogspot.de/2016/08/verwirrspiel-in-leons-erbe-von-michael.html

    Liebe Grüße
    Jasmin

  1. Dani Schwarz hat gesagt…:

    Ja, der Klappentext klingt echt vielversprechend. Wahrscheinlich war der Autor so voll von Ideen, dass sie nur so aus ihm rausgeflossen sind. Ist ja an sich toll, nur für ein Buch definitiv zu viel ;)
    Ich bin auf deine Meinung gespannt Schneggi!
    @Jasmin, du hast recht, "hat die nicht mehr alle Tassen im Schrank" hat doch zu einigen Situationen gepasst :P

    LG Dani

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