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[Rezension] Erdbeerpunsch - St. Elwine 4 von Britta Orlowski

Freitag, 8. Juli 2016

Titel: Erdbeerpunsch - St. Elwine 4
Autorin: Britta Orlowski
VerlagBookshouse - Juli 2016
ISBN: 978-9963-53-423-4 - TB - 15,99 €
ISBN978-9963-53-425-8 - ebook - 3,99 €
Seiten: 426
Genre: Love & Romance
Eine Stippvisite in St. Elwine … Es gibt einen triftigen Grund, der Tally in ihr Immer-mal-wieder-Zuhause nach St. Elwine führt. Nichts ist in dem beschaulichen Küstenort wie erwartet und ihr läuft ein ungehobelter Fremder über den Weg. Sofort findet Tally ihn verdächtig, denn sie arbeitet für Maureenas, eine Organisation, die Frauen auf der Flucht vor ihren gewalttätigen Ehemännern hilft. Ihre Recherche ergibt: Es handelt sich um den Tänzer Louis Bowlder. Diese Neuigkeit erklärt, warum Bowlder elegant über den Boden zu schweben scheint. Er trägt einen Dreitagebart, der mit einem vierten Tag zu liebäugeln scheint und sein dunkles Haar zu einem Männer-Dutt geschlungen. Unter anderen Umständen hätte sie zugegeben, dass er eine Augenweide ist. Leider ist er ebenso gut aussehend wie arrogant. Bei all der Aufregung kommt ihr ein Glas Erdbeerpunsch gerade recht. 
Mit einem Gastauftritt von Trish Prescott aus der beliebten Lake Anna-Reihe von Joanne St. Lucas.




Britta Orlowski wurde im Jahr 1966 geboren – eine Schnapszahl, ich weiß, meine Eltern hätten gleich stutzig werden sollen. Stattdessen zogen sie mich mit viel Liebe, Wärme und schönen Geschichten auf. Sie nahmen meine zahlreichen kreativen Experimente gelassen hin und nährten meine ohnehin uferlose Fantasie noch mit zauberhaften Erzählungen über Spielzeug, welches zum Leben erwacht, sobald ich des abends eingeschlafen sei.

So wuchs ich also in meiner Geburtsstadt Rathenow auf, absolvierte die zehnklassige polytechnische Oberschule und erlernte den Beruf der stomatologischen Schwester in der Kreispoliklinik.

Ich angelte mir einen netten Mann, dem ich sage und schreibe im taufrischen Alter von fünf Jahren zum ersten Mal begegnete und ihn sogleich aus tiefstem Herzen verabscheute. Zum Glück änderte ich später meine Meinung - wir heirateten und gründeten eine Familie. Ihm verdanke ich meine lieben Söhne, die überhaupt die schönsten Babys der Welt waren.

Im Erziehungsurlaub wurde mir rasch langweilig. Beim Aufräumen stieß ich auf die Manuskripte aus meiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit. Ich begann erneut, Geschichten zu schreiben - nur so für mich. Wenige Jahre später infizierte ich mich mit dem Patchworkvirus und hänge seitdem an der Nadel. Doch auch das Schreiben ließ mich nicht mehr los. Nach einigen Überlegungen kam ich zu dem Schluss, dass es bestimmt einen Weg gibt, beide Hobbies zu verbinden. So entstand mein erster Roman „Rückkehr nach St. Elwine“.

Da mir der Abschied von meinen Hauptfiguren am Ende so schwer fiel, war die Idee geboren, daraus mehr zu machen. Eine lockere Serie mit in sich abgeschlossenen Geschichten, die stets am gleichen Ort, dem fiktiven Küstenstädtchen in der Chesapeake Bay, spielen. Nach langem Suchen habe ich ein begeisterungsfähiges Verlagsteam gefunden.

Quelle: bookshouse.de
Britta Orlowski gehört unumstritten zu meinen Lieblingsautorinnen. Sobald ein neues Buch von ihr erscheint, lasse ich alles stehen und liegen, um mich von ihren wunderschönen Geschichten gefangen nehmen zu lassen.

Wie lange mussten wir auf den vierten Teil der St. Elwine Reihe warten, endlich ist er da! Auch dieses Mal konnte mich die Autorin ein weiteres mal voll und ganz überzeugen.

Tally hat einen ganz besonderen Job. Sie ist Sozialarbeiterin bei einer Agentur, welche Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, hilft. Sie unterstützen diese, helfen bei der Flucht vor den gewalttätigen Männern und verschaffen ihnen ein sicheres Leben mit einer neuen Identität.
Dieses mal nimmt Tally ihren aktuellen Schützling und deren Tochter kurzerhand mit in ihre Heimatstadt St. Elwine.
Dort wird Masha mit ihrer kleinen Tochter herzlich aufgenommen, doch richtig sicher kann sie sich trotzdem nicht fühlen, denn sie weiß, ihr Mann wird sie finden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.
Tally hingegen macht Bekanntschaft mit dem gutaussehenden, aber leider arrogant unfreundlichem Tänzer Louis, der ihr immer wieder über den Weg läuft und als kurz darauf eine junge Frau niedergestochen wird, beschleicht sie ein grausiger Verdacht...

Einfühlsam und spannend erzählt Britta Orlowski die Geschichte der beiden Frauen, wir dürfen uns auf ein Wiedersehen mit altbekannten und liebgewonnenen Charakteren der Vorgängerbände freuen und ebenso neue Gesichter kennenlernen, die in mir natürlich gleich die Hoffnung auf weitere Reisen nach St. Elwine wecken.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach nur wundervoll zu lesen, man kann sich regelrecht fallen lassen. Geschickt verbindet sie Gefühle, Geheimnisse und Schickssalschläge mit einer guten Portion Krimi, eine Mischung, die uns bis zum Schluss mitfiebern lässt, wohlwissend, dass wir am Ende mit einem Happy End belohnt werden. Auch ihr bekannter Witz kommt nicht zu kurz. Dieses Mal gab es wieder einige Szenen, bei denen ich herzhaft lachen musste. 

Und doch steckt auch viel Ernst und Traurigkeit in der Geschichte um Tally, Masha und Louis. Zum einen das sensible Thema der häuslichen Gewalt gegen Frauen, zum anderen die Krankheit der Demenz. Bisher hatte ich mir darüber nicht viele Gedanken gemacht, wie schrecklich so eine Situation für die Beteiligten sein muss. Zuzusehen, wie diese Krankheit immer weiter voranschreitet, dieses ständige Ankämpfen gegen das Vergessen.

In ihren Büchern spielt auch immer die große Leidenschaft der Autorin das Quilten eine Rolle. Obwohl ich davon keine Ahnung habe, und mir die spezifischen Begriffe nicht geläufig sind, kann ich mir diese Patchworkdecken, die die Quilterinnen von St. Elwine nähen, richtig gut vorstellen.
Besonders gut hat mir die Idee der sogenannten Nestel Quilts, kleine Decken, die mit Schnürsenkeln, Bändern oder Bommeln versehen werden, um die stets ruhelosen Händen vieler Demenzkranken zu beschäftigen.

Meine vierte Reise nach St. Elwine habe ich wieder voll und ganz genossen, und hoffe, dass die Autorin uns noch viele weitere Male dorthin mitnimmt.
Für mich haben die Geschichten von Britta Orlowski so ein Gefühl von zu Hause angekommen sein.

Die St. Elwine Reihe lässt sich unabhängig lesen, denn alle Bände sind in sich abgeschlossen.
Mit Erdbeerpunsch hat Autorin Britta Orlowski wieder einen herrlich zu lesenden Roman geschaffen, der eine wundervolle Mischung aus Gefühl, Spannung, Geheimnissen, Schicksalen und Witz vereint. Ihr unbeschreiblicher Flair lädt und  zum Abtauchen und Seele baumeln lassen ein. Für mich ein weiteres Highlight. 
Absolute und uneingeschränkte Leseeempfehlung!
5 von 5 Sterne




Aus dieser Reihe bisher erschienen:


 Band 1: Rückkehr nach St. Elwine

Elizabeth Crane kehrt nach Jahren an den Ort ihrer Kindheit zurück. Sie nimmt die Stelle der Oberärztin am St. Elwine Hospital an und widmet sich mit großem Elan ihrer Arbeit. Dank des Einflusses ihrer Freundin Rachel schließt sich Liz der örtlichen Patchworkgruppe an. Bereits nach wenigen Wochen trifft sie auf ihren alten Gegenspieler aus der Highschool - Joshua Tanner. Glaubt er, noch immer der unwiderstehliche Herzensbrecher zu sein? Elizabeth ahnt: Irgendetwas hat sich geändert. Sie kann nicht verhindern, dass ihr Leben erneut kompliziert wird und schon bald steht sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens.


Band 2: Pampelmusenduft 

 Als sich Charlotte und Tyler zum ersten Mal begegnen, stehen beide unter Stress. Sie kehrt nach langer Tätigkeit in der Entwicklungshilfe heim und fühlt sich von der Menschenmenge auf dem Flughafen erschlagen. Er ist Rocksänger, hat eine kräftezehrende Tournee hinter sich und kämpft mit einem Jetlag. Daher hält sie ihn für einen enthusiastischen Fan und er sie für eine zickige Touristin. Was als Verwechslungskomödie beginnt, entwickelt sich allmählich zu einem mysteriösen Versteckspiel. Tyler erhält anonyme Anrufe und Drohbriefe. Wer ist der Stalker? Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, und plötzlich spitzt sich die Lage dramatisch zu.




Band 3: Zitronentagetes

Floriane lebt nun schon einige Jahre mit ihrem Sohn Kevin in St. Elwine. In das ferne Havelland schickt sie Briefe und gaukelt ihren Eltern die Geschichte einer intakten Familie vor. In Wirklichkeit jedoch verschlechtert sich ihre angespannte finanzielle Lage immer mehr. Wie immer halten die Quilterinnen zusammen und schließlich macht Charlotte einen sensationellen Vorschlag. Marc ist der beste Kumpel, den man sich nur vorstellen kann. Dann jedoch geschieht das Unfassbare: Nach einer feuchtfröhlichen Betriebsweihnachtsfeier ereignet sich ein Verkehrsunfall. Als auch noch sein Vater wieder auftaucht, ist nichts mehr wie es einmal war. Die Situation wird immer bedrohlicher, als ein Erpresser seine Familie in Schach hält.





4 Kommentare:

  1. An Chan hat gesagt…:

    Huhu,
    eigentlich ist das nicht so mein bevorzugtes Genre, aber deine Rezi hat mich doch neugierig auf die Reihe gemacht.
    Und die Cover sind ja extrem schick! :3
    Ich packe Band 1 mal auf meine Wunschliste. ;)

    LG Alica

  1. Kann ich mir sehr gut als alternative Lektüre für mich vorstellen - werde es mir mal notieren. :)

    ♥liche Grüße - Deine Lenchen

  1. Huhu :-)

    Die ersten 3 Teile habe ich bereits in meinem Regal stehen und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich sie noch nicht gelesen habe. Dabei haben sie so tolle Bewertungen bekommen. Da nun Band 4 erschienen ist, sollte ich da wohl dringend die Bücher lesen :-)

    Tolle Rezi!

    Liebe Grüße
    Katharina

  1. Selection Books hat gesagt…:

    Hallo Liebes,

    eigentlich lese ich nichts aus dem Genre, aber deine Rezension macht schon neugierig. Nur die Cover sprechen mich nicht so an. Das finde ich immer super schade. Aber ansonsten hört es sich nach einer interessanten Reihe an!

    Liebe Grüße
    Nadine

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