. . . . . . . Neuzugänge. . . . . . . .

[Rezension] Das Feuerzeichen von Francesca Haig

Mittwoch, 2. Dezember 2015
Titel: Das Feuerzeichen
Autorin: Francesca Haig
Aus dem Amerikanischen von: Kathrin Wolf 
Verlag: heyne fliegt - Oktober 2015
ISBN: 978-3-453-27013-8 - Gebunden mit SU - 16,99 €
ISBN: 978-3-641-16465-2 - ebook - 13,99 €
Seiten: 480
Genre: Dystopie / Jugendbuch

Kurzbeschreibung:

Als Zwillinge geboren, zu Feinden erzogen
Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen.

Es ist die Welt der jungen Cass, die selbst eine Omega ist, weil sie das zweite Gesicht besitzt. Während sie Verbannung, Armut und Demütigung erdulden muss, macht ihr Zwillingsbruder Zach Karriere in der Politik. Cass kann und will diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen und beschließt zu kämpfen. Für Freiheit. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der niemand mehr ausgegrenzt wird. Doch die Rebellion hat ihren Preis, denn sollte Zach dabei sterben, kostet das auch Cass das Leben 






Die Autorin:

Francesca Haig wuchs in Tasmanien auf und promovierte in Literaturwissenschaften an der Universität Melbourne. Wenn sie nicht gerade an ihren eigenen Texten arbeitet, unterrichtet sie Kreatives Schreiben an der Universität von Chester. Für ihre Gedichtsammlungen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Mit Das Feuerzeichen legt sie nun ihre erste Romantrilogie vor. Francesca Haig lebt mit ihrer Familie in London.

Meine Meinung:

Irgendeines fernen Tages passiert das, wovor uns die Wissenschaft schon lange warnt:  Das Ende der Welt. Durch riesige Explosionen, die das Feuer vom Himmel stürzen lässt, wird die Erde verstrahlt, und erstarrt in einem vierhundert Jahre währenden Winter. Die Menschheit wird fast komplett ausgelöscht. Eine neue Zeit beginnt.
Eine Zeit, die die überlebende Menschheit wieder weit zurückwirft, in der es weder Elektrizität noch Technik gibt. Eine Zeit, in der nur noch Zwillinge geboren werden.
Bei jedem Zwillingspaar trägt ein Teil das Erbe der Mutation in sich. Missgestaltet, kleinwüchsig oder auch durch körperlichen Gebrechen unterscheiden sie sich von ihren perfekten Gegenstücken, den Alphas.
Diese verunstalteten Freaks , wie die Omegas allgemein genannt werden, werden mit einem Brandzeichen auf der Stirn gebrandmarkt, und von ihren eigenen Familien fortgebracht. Die meisten Eltern sind regelrecht erpicht darauf, ihren deformierten Nachwuchs loszuwerden.

Doch es gibt auch Zwillingspaare, bei denen die Splittung nicht sofort ersichtlich ist. Diese sogenannten Seher haben keine körperlichen Einschränkungen, aber sie werden von Visionen der Explosion geplagt, die sie oft schreiend aus dem Traum hochschrecken lassen oder sie sehen Dinge voraus. Die meisten verraten sich dadurch irgendwann selbst. 
Cassandra ist eine der Seherinnen. Viele Jahre konnte sie ihre Fähigkeit vor ihren misstrauischen Eltern verstecken, bis sie ihr geliebter Zwillingsbruder Zach eines Tages verrät.
Während sie fortan ein armseliges Leben in einer der Omega Siedlungen führt, erringt ihr Bruder immer mehr Macht innerhalb des brutalen Alpha Rates, der sie immer mehr zu erbitterten Feinden werden lässt.
Doch sie dürfen nie vergessen: Zwillinge kommen nicht nur im Doppelpack zur Welt, sie sterben auch gemeinsam. Wo auch immer sich ein Zwilling aufhält - wenn einer der beiden sein Leben lassen muss, gilt das auch für den anderen...

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Trotz ein paar Längen im ersten Drittel schafft sie eine bildliche und zugleich faszinierende Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann.
Dazu trägt auch die Erzählweise bei. Wir erleben die Geschichte zwar aus Cass Sicht, jedoch wird diese komplett in der Vergangenheitsform gehalten, was den Text irgendwie flüssiger und runder erscheinen lässt.

Die Charaktere sind ebenfalls sehr gut herausgearbeitet. Cass war mir gleich zu Beginn sympathisch, und die Entwicklung, die sie innerhalb der Geschichte mitmacht, hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und durfte mit ihr eine Welt erkunden, in der es für uns beide immer noch so viel zu entdecken gibt.

Der Weltentwurf ist sicherlich nichts Neues, doch durch die besondere Schaffung der Zwillinge und deren gegenseitige Abhängigkeit - trotz der Aufsplittung in Alphas und Omegas - macht diesen wiederum zu etwas ganz Besonderem. Verständnisvoll erklärt, bleiben hier kaum Fragen offen, wie es oft in ersten Teilen gängig ist.

Fazit:

Das Feuerzeichen ist der Auftakt einer dreiteiligen Dystopie. Ein gut durchdachter, verständlicher Weltentwurf, der durch die besondere Abhängigkeit der Mächtigen von den Schwachen fasziniert. Zusammen mit einem flüssigen und angenehmen Schreibstil, sympathischen Charakteren und einem ständig wachsender Spannungbogen, ist dieses Buch eine wahrer Lesegenuss!
Ganz klare Leseempfehlung für alle Dystopie-Fans
5 von 5 Sterne







4 Kommentare:

  1. Dreamcatcher hat gesagt…:

    hey,
    schöne und nachvollziehbare Rezi :) Mich hat die Geschichte erst nach einem guten drittel wirklch packen können, davor bin ich irgendwie sog ar nicht in die Geschichte reingekommen. Ebenfalls hat mich das zwischen Pip und CAss so gar nicht mitreißen können. Wenigstens wird es keine Dreiecksbeziehung^^
    Das Setting an sich hat mir ziemlich gut gefallen und ich freu mich jetzt auch ziemlich auf den nächsten Band

    liebe Grüße
    lena

  1. Nicole Wagner hat gesagt…:

    Hallo Dani,

    jetzt taucht bei dir auch noch so eine begeisterte Rezension zu dem Buch auf! Ich habe es ja schon auf der WL und kann es kaum erwarten, wenn es so ein Lesegenuss für uns Dystopiefans ist. Ich freue mich drauf!

    Liebe Grüße,
    Nicole

  1. nirtakehcstuk hat gesagt…:

    Das klingt schon irgendwie interessant, aber die Prämisse stört mich doch leicht. Wenn doch alle so eng miteinander verbunden sind, das das eigene Wohlergehen von dem des Gegenstücks abhängt ... warum dann das Wegsperren in Siedlungen, ein Leben in Armut? Sinkt damit nicht automatisch die Lebenserwartung der Omegas? Ich glaub, mein Selbsterhaltungstrieb würde mich eher dazu bringen, dass es meinem Zwilling so gut wie möglich geht. :D
    Wimmelt es dann im Buch auch ständig von Figuren, die ohne ersichtlichen Grund einfach umfallen und tot sind? Oder ist dieses Wenn-einer-draufgeht-dann-ist-auch-der-andere-dran nicht ganz so drastisch dargestellt? Unpraktisch wäre so ein Leben sicher. Und ob das rein rechnerisch klappt, um die Art zu erhalten? Klar: es werden immer zwei auf einmal geboren, aber die sterben auch gemeinsam. Von vier Geschwistern wären statt drei, plötzlich nur noch zwei da, wenn einem ein Unfall passiert. Die Hälfte der Überlebenden dann noch absichtlich durch schlechte Lebensumstände zu dezimieren, klingt nicht besonders schlau. Vor allem, wenn ein Großteil eh schon unter Krankheiten, Missbildungen u.ä. leidet. War das deiner Meinung alles schlüssig und nachvollziehbar geschildert?

  1. Uwes-Leselounge hat gesagt…:

    Hallo Dani,

    eine schöne Rezi. Das Buch liegt schon auf meinem SUB und wird im Dezember gelesen. Bin schon sehr gespannt, wie mir die Geschichte gefallen wird.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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