. . . . . . . Neuzugänge. . . . . . . .

[Rezension] Wie ein fernes Lied von Micaela Jary

Freitag, 23. Oktober 2015
Titel: Wie ein fernes Lied
Autorin: Micaela Jary
Verlag: Piper - August 2015
ISBN: 978-3-492-30613-3 - TB - 9,99 €
ISBN: 978-3-492-96965-9 - ebook - 8,99 €
Seiten: 544
Genre: Unterhaltung / Familiengeheimnis

Kurzbeschreibung:

Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges ...




Die Autorin:

Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Durch ihren Vater lernte sie viele Größen des Swing der 30er- und 40er-Jahre persönlich kennen, die sie zu dem Roman "Wie ein fernes Lied" inspirierten. Sie lebte lange in Paris und wohnt heute mit Mann und Hund in Berlin und München.

Meine Meinung:

Mit "Wie ein fernes Lied" ist der Autorin ein wunderbarer Roman über das Schicksal zweier Frauen gelungen, der mich tief berührt hat.

Hamburg 1939
In den Jahren des zweiten Weltkrieges muss sich die damals 17-jährige Marga Maibach von ihrem langjährigen Freund und großen ersten Liebe Michael verabschieden. Er reist mit seiner Swingkapelle in die Schweiz. Obwohl es eigentlich nur ein Gastauftritt ist, weiß sie, dass er wegen seiner jüdischen Herkunft nicht mehr ins Deutsche Reich zurückkehren wird.
Doch Marga schwört sich, dass sie sich wiedersehen werden.
Und das werden sie. Dessen ist sie sicher. Denn der Swing und die Liebe zur Musik verbindet sie auf ewig...

Paris 1999
Die junge Pianistin Andrea Cramer finanziert sich ihr Musikstudium mit diversen Engagements in Hotellobbys und Cafés. Immer öfter fällt ihr dabei ein alter, gut gekleideter Mann auf, der ihrem Spiel zuzuhören scheint. Doch jedes mal bevor sie ihn ansprechen kann, verschwindet dieser. Nach einem Unfall lässt sie der Gedanke an den alten Mann nicht mehr los und so beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Dabei kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur, das sie auf die Spuren der Swingkids in den Jahren des zweiten Weltkrieges bringt.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und absolut toll recherchiert.
Wir begleiten zum einen Marga durch die immer düster werdenden Jahre des Krieges, erleben mit ihr zum einen die Freude an der Musik, aber auch ihre Ängste, spüren die Beklemmung und die Auswirkungen des Krieges, die nicht nur sie, sondern vor allem die Swingjugend betrifft, die nach Ausbruch des Krieges mit besonderer Härte verfolgt wurde.
Zum anderen betreiben wir mit Andrea 60 Jahre später ihre Nachforschungen, und obwohl man als Leser bald ahnt, wohin uns die Familiengeheimnisse führen, ist es sehr schön zu lesen, wie Andrea Stück für Stück vorankommt und dabei selbst die Liebe findet.

Mit Swing/Jazz habe ich normalerweise nicht viel am Hut, und doch hatte ich während des Lesens immer wieder einige der Lieder, die im Buch erwähnt werden im Ohr und dann begann mein Bein irgendwie automatisch zu zucken... 

Die beiden Erzählstränge sind in der Form des allwissenden Erzählers gehalten, wobei es die Autorin absolut versteht, ein Kapitel an den interessantesten Stellen zu beenden, um dann wieder in die andere Erzählzeit zu wechseln, so dass man das Buch unmöglich aus der Hand legen kann.
Die Charaktere, die man im Laufe der Geschichte in beiden Zeitebenen kennenlernt sind eigentlich durch die Bank weg sympathisch
Obwohl die Geschichte zwischendurch ein paar Längen aufwies, wurde sie trotzdem mit jeder Seite immer spannender und das Ende war so wunderschön, dass ich ein paar Tränchen in den Augen hatte.

Fazit:

Wie ein fernes Lied ist ein wunderschöner, berührender Roman über das Schicksal einer jungen Frau in den Wirren des  Zweiten Weltkrieges und einem Familiengeheimnis, dass erst sechzig Jahre später aufgeklärt wird.
Eine toll recherchierte Geschichte vor der Kulisse des Swing und den Swingkids der vierziger Jahre.
Absolute Leseempfehlung!
5 von 5 Sterne 





2 Kommentare:

  1. Martina hat gesagt…:

    Ich habe das Buch schon gelesen und fand es wirklich sehr, sehr gut!!
    Liebe Grüße
    Martina

  1. Nicole Wagner hat gesagt…:

    Hallo Dani,

    das Buch ist mir schon öfter aufgefallen und anscheinend einen zweiten Blick wert. Danke für die schöne Rezi!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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