. . . . . . . Neuzugänge. . . . . . . .

[Rezension] Die Feenjägerin - Falkner Trilogie Band 1 von Elizabeth May

Mittwoch, 5. August 2015
Titel: Die Feenjägerin - Falkner Trilogie Band 1
Autorin: Elizabeth May
Verlag: Heyne - Februar 2015
ISBN: 978-3-453-31609-6 - TB - 13,99€
ISBN: 978-3-641-14561-3 - ebook - 10,99 €
Seiten: 400
Genre: Fantasy - Steampunk


Kurzbeschreibung:

Schön, talentiert und tödlich – Aileana Kameron hat nur ein Ziel: die Feen, die ihre Mutter getötet haben, zur Strecke zu bringen
Ballsaison im Edinburgh des Jahres 1844: Jeden Abend verschwindet die junge und bildschöne Aileana Kameron für ein paar Stunden vom Tanzparkett. Die bessere Gesellschaft zerreißt sich natürlich das Maul über sie, aber niemand ahnt, was die Tochter eines reichen Marquis während ihrer Abwesenheit wirklich tut: Nacht für Nacht jagt sie mithilfe des mysteriösen Kiaran die Kreaturen, die vor einem Jahr ihre Mutter getötet haben – die Feen. Doch deren Welt ist dunkel und tückisch, und schon bald gerät Aileana selbst in tödliche Gefahr ...



Die Autorin:

Elizabeth May wurde in Kalifornien geboren, wo sie auch ihre ersten Lebensjahre verbrachte, bevor sie nach Schottland zog. Sie studierte Anthropologie an der Universität von St. Andrews und schreibt derzeit an ihrer Doktorarbeit. Wenn sie sich nicht gerade der Wissenschaft widmet, stürzt sie sich mit Begeisterung in fantastische Welten. Die Autorin lebt zusammen mit ihrem Mann in Edinburgh. 

Meine Meinung:

Mit "Die Feenjägerin" ist der Autorin ein rasanter Auftakt einer neuen Fantasy Reihe gelungen, der mich, obwohl ich mir etwas anderes darunter vorgestellt hatte, dich irgendwie mitgerissen hat.

Wie begleiten die 18-jährige junge Adlige Aileana, Tochter eines angesehen Marqius aus ihrer Sicht durch das Buch.
Aileana, die mitansehen musste, wie ihre Mutter von einer Fee bestialisch getötet wurde.
Seither ist sie nicht mehr sie selbst. Sollte sie doch eigentlich der Etikette entsprechend auf Bällen tanzen, sich schicklich Benehmen und Ausschau nach einem geeigneten Heiratskandidaten halten, schleicht sie sich Nacht für Nacht davon, um die Monster zu töten, die ihr die Mutter genommen haben.
Getrieben von unbängigen, unstillbarem Hass gibt sie ihrer dunklen Seite Nahrung, in dem sie die Kreaturen jagt, tötet und verstümmelt.

Es gibt zwar viele Gruselgeschichten über die Feen, doch kaum noch jemand glaubt, dass es sie wirklich gibt und nur eine Handvoll Menschen kann sie überhaupt sehen.

Dabei sind es einige verschiedene Arten, von denen die einen fliegen können, andere wiederum sind über zwei Meter groß und sehen aus wie aus einem Horrorfilm entsprungen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie töten Menschen, um durch deren Seelen einen kurzen Rausch von Sterblichkeit zu spüren.

Kieran, der Jahrhunderte alte Kämpfer und Lehrer an Aileanas Seite ist selbt eine mächtige Fee, ebenso wie ihr kleiner quirliger Schrankbewohner Derrick. Das sind die einzigen denen sie vertrauen kann. Oder doch nicht?

Der Schreibstil der Autorin ist düster und doch mitreißend. Ohne viel Gefühlstramtram, dafür aber mit umso mehr Schlachten und Blut. Brutal und dennoch bildgewaltig.
Zugegeben, ich hatte mir die Story etwas anders vorgestellt, denn sie spielt ja im Schottland des Jahres 1844.
Doch von der Zeit und den damaligen Verhaltensweisen der Menschen bekommt man leider gar nichts mit. Genau dieser Punkt war es nämlich, der mich das Buch unbedingt hat lesen lassen wollen: Historisch gepaart mit Fantasy.
Im Gegenteil, es gibt Tee-Roboter, fliegende Kutschen und Kaminöfen, die sich per Knopfdruck entzünden lassen. Ebeso baut Aileana selbst eine Lokomotive, mit der sie dann natürlich ganz ohne Schienen über den Asphalt brettert...
Ich würde sagen, das Buch siedelt sich schon eher im Bereich Steampunk an.

Davon abgesehen ist der Roman aber dennoch voller Spannung. Sehr gut gefallen hat mir, dass man als Leser, sobald man auf eine neue Feenart trifft, diese im Glossar nachschlagen kann.

Aileana bleibt leider etwas blass und emotionslos. Die einzige Gefühlsregung, die man von ihr immer wieder zu spüren kommt, ist, was sie doch für ein rachsüchtiges, zerstörerisches Geschöpf ist, und wie sie das Töten in einen befriedigenden Rausch verstetzt. Das wird gefühlte einhundert Mal betont, so dass es mich irgendwann etwas genervt hat. Mit ihr konnte ich mich bis zum Schluss nicht identifizieren.

Kieran hingegen war mir trotz seiner unnahbaren Art  sympathisch, man merkt bald, dass mehr hinter seinen Geheimnissen stecken muss, als er zuzugeben bereit ist.

Die kleine Fee Derrick mit seiner Sucht nach Honig hat mich desöfteren zum Schmunzeln gebracht, ihn muss man einfach ins Herz schließen.

Die Story spielt in Edinburgh. Einer eigentlich vielbevölkerten Stadt, und dennoch tauchen während der ganzen Kampfszenen nie irgendwelche Menschen auf, die das Gemetzel beobachten und/oder sich dadurch in Gefahr begeben, und das Ganze doch eher unglaubwürdig und teilweise unlogisch erscheinen lassen. Oft dachte ich: Sind die Charaktere eigentlich allein in der Stadt?

Zum Schluss des Buches kommen dann doch noch einige Emtionen hinzu, die meine Neugier auf die Fortsetzung, gepaart mit einem fiesen Cliffhanger noch geweckt hat.

Wenn ich jedoch von meinen Kritikpunkten absehe, bzw als ich die Geschichte einfach so akzeptiert habe, wie sie nunmal ist, und nicht, wie ich sie gerne gehabt hätte, kann ich dennoch sagen, das mich das Buch trotzdem irgendwie gefesselt hat.
Schwer zu beschreiben, da ich einfach mit anderen oder falschen Erwartungen an das Buch herangegangen bin.

Fazit:

Die Feenjägerin ist ein etwas düsterer und blutiger Auftakt der Falkner Trilogie. Trotz etlicher Kritikpunkte konnte mich das Buch letztendlich doch auf seine Art fesseln, und meine Neugier auf die Fortsetzung wecken.
starke 3 von 5 Sternen
Leseempfehlung für Fans von Feen und Steampunk 


 


 

7 Kommentare:

  1. Hi:D

    Jetzt hast du das Buch auch gelesen :D Ichs ehe es ähnlich wie du, besonders mit Aileana wurde ich nicht warm, das Buch war aber ein netter Ausflug in ein mir unbekanntes Genre...Aber den zweiten Teil werde ich wohl nicht mehr lesen!!

    Liebe Grüße
    Jessi

  1. bambi-nini hat gesagt…:

    Hallo Dani,

    schöne, ausführliche Rezension. Ich kann dich in vielen Punkten gut verstehen - besonders in den positiven ;)
    Ich habe Aileana allerdings gar nicht als so blass und emotionslos empfunden. Im Gegenteil, da gab es diesen riesigen Kontrast zwischen der hasserfüllten Kämpferin und dem Teenanger, der sich so offensichtlich nach Liebe und Anerkennung sehnt, auch wenn sie letzteres nie zugeben würde ... ;)
    Ich bin zumindest total gespannt auf die Fortsetzung.

    LG anja

  1. Ker Stin hat gesagt…:

    Huhuu,
    das Buch befindet sich schon auf meinem SuB. Ich bin immer ganz erstaunt, dass es wohl so blutig ist. Hätte ich nicht gedacht, wenn ich mir das Cover so betrachte :D Aber das finde ich gar nicht schlimm, sondern eher super :D
    Lg Kerstin

  1. Zeina Abdallah hat gesagt…:

    Hallo Dani,
    deine Rezension zu die Feenjägerin ist sehr ausfürlich! Also ich habe dieses Buch am 18.12 beim Bloggerportal bestellt und da steht auch "Versand", aber bei mir ist bis jetzt noch nichts angekommen :/ hat es bei dir auch so lange gedauert? Die Sachen, die du angesprochen hast, wie z.B., dass es Tee Roboter und fliegende Kutschen gibt finde ich komisch, zumal das Buch im 19. Jahrhundert spielt.
    Was der Autorin wohl da durch den Kopf gegangen ist :D?
    LG
    Zeina

  1. Phyllis Czok hat gesagt…:

    Ich lese dieses Buch gerade und kann deinen Ausführungen bisher zumindest zum Teil zustimmen. Bin gespannt wie es mir am Ende ergehen wird!
    Liebste Grüße, Phyllis.
    www.Zeilensehnsucht.blogspot.de

  1. Miss Pageturner hat gesagt…:

    Hier kann ich dir nur zustimmen =) Der STeampunk ANteil hat mich ebenso überrascht, obwohl ich ihn, sobald ich mich dran gewöhnt hatte, nicht als all zu störend empfand. Nervig hingegen war, wie du schon sagtest, Aileanas ewiges Rachegelaber.

    LG Miss Page Turner

  1. Dani Schwarz hat gesagt…:

    Hach ihr Lieben,

    Es ist immer wieder schön zu Lesen, dass es nicht nur mir so geht *zwinker*

    Liebe Grüße, Dani

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