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[Rezension] Dein letztes Solo von Sona Charaipotra & Dhonielle Clayton

Sonntag, 9. August 2015
Titel: Dein letztes Solo
Autorin: Sona Charaipotra & Dhonielle Clayton
Verlag: Heyne - Juni 2015
ISBN: 978-3-453-26987-3 - Klappenbroschur - 12,99 €
ISBN: 978-3-641-15268-0 - ebook - 9,99 €
Seiten: 480
Genre: Jugend, Thriller
Altersempfehlung des Verlages: ab 14 Jahren


Kurzbeschreibung:

Wenn Talent und Schönheit nicht mehr reichen ... musst du zu anderen Mitteln greifen
Die Ballettakademie im Herzen Manhattans ist eine der besten des Landes. Den jungen Tänzerinnen wird einiges abverlangt. Für die ehrgeizige Bette kein Problem. Schließlich gilt es, ihrer Schwester nachzueifern, einer berühmten Ballerina. Ganz anders die freigeistige Giselle, die zwar immer nur tanzen wollte, auf das harte Training aber wenig Lust hat. Die perfektionistische June schließlich gibt immer alles – und es reicht doch nie so ganz. Als die Nussknacker-Aufführung bevorsteht, geraten die drei in einen erbitterten Konkurrenzkampf: Wer von ihnen wird die Rolle der Primaballerina bekommen? Doch nur eine ist bereit, alles dafür zu tun, wirklich alles ...


Die Autorinnen:

Für Sona Charaipotra wurde schnell klar, dass sie schreiben muss: Von Blut wird ihr schlecht, für Mathe ist sie unbegabt und überhaupt arbeitet sie am liebsten vom Sofa aus. Die Autorin und Journalistin lebt in New York City. Dhonielle Clayton arbeitet als Schulbibliothekarin in Harlem. Zuvor hat sie Englisch an einer Ballettakademie unterrichtet – und heimlich Recherchen für Dein letztes Solo betrieben. Mit Sona Charaipotra zusammen hat sie den Jugendbuchblog TeenWritersBloc.com mitbegründet.

Meine Meinung:

Durch das auffällige, tolle Cover gepaart mit meiner Begeisterung zum Ballett war für mich schnell klar: Dieses Buch musst du lesen!

Mit "Dein letztes Solo" ist dem Autorenduo ein toller Roman um den erbitterten Konkurrenzkampf dreier Tänzerinnen in einer russischen Ballettakademie gelungen.

Gleich vorweg: Wer hier einen richtigen Thriller erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden, denn es geht vielmehr um die mehr oder weniger fiesen Machenschaften der Mädchen, sich gegenseitig auszubooten.

Ebenfalls solltet ihr entweder selbst tanzen oder so wie ich absolut Ballettbegeistert sein, sonst könnte es passieren, dass ihr mit den ganzen französischen Begriffen und Tanzszenen schnell überfordert oder gelangweilt seid.

Es fühlt sich immer wie Sterben an. Wenigstens anfangs. Die Muskeln spannen sich und brennen, bis man meint, sie müssten reißen. Es ist, als würden sich die Hüftknochen aus den Gelenken herausdrehen...
... Aber alles sieht mühelos und schön aus. Denn das ist das Einzige, was zählt.
Cassie, Seite 5

Die drei Tänzerinnen Bette, Giselle, genannt Gigi und June sind eigentlich keine Freundinnen. Vielmehr konkurrieren sie alle um die Hauptrollen in Nussknacker und Giselle. Denn zweimal im Jahr dürfen die Studenten die Tänzer der Ensembles vertreten. Als Bewährungsprobe quasi.
Bette ist das Aushängeschild der Nachwuchsakademie und fest davon überzeugt, die Zuckerfee tanzen zu dürfen. Bette, die immer bekommt was sie will, koste es was es wolle.
Umso größer die Enttäuschung, als diese Rolle ausgerechnet der Neuen zufällt: Gigi mit ihrer dunklen Hautfarbe und den wirren Locken. Gigis Tanzpartner: ausgerechnet Bettes langjähriger Freund Alec, den sie über alles liebt. Doch Gigi hat eine Krankheit, von der niemand etwas wissen darf...
Die halbasiatische June, die unter Bulimie leidet, steht ebenfalls unter großem Druck: Ihre Mutter droht, sie von der Akademie zu nehmen, sollte sie bei der nächsten Aufführung wieder nur die Zweitbesetzung schaffen.
Es dauert nicht lange, bis Gigi das Oper fieser Mobbingattacken wird. Was mit hingeschmierten Drohungen auf dem Spiegel des Übungsraumes oder verbalen Anfeindungen beginnt, nimmt schon bald eine Dimension an, die Gigis Tanzkarriere für immer zerstören könnte...

Der Schreibstil des Autorinnenduos ist sympathisch und unkompliziert. Die Kapitel switchen zwischen den Sichtweisen von Bette, Gigi und June hin und her, so dass wir die Ängste und den unwahrscheinlichen Druck, unter dem die Mädchen stehen sehr gut mitfühlen können.
Für mich als Ballettfan waren auch die Tanz und Übungsszenen wundervoll bildlich beschrieben. Ich konnte sie regelrecht über das Parkett schweben sehen,  das Ziehen ihrer Muskeln spüren und wäre am liebsten selbst in eines der schönen Kostüme geschlüpft.

Als Thriller würde ich das Buch zwar nicht unbedingt bezeichnen, aber es war doch die ganze Zeit eine unterschwellige Spannung zu spüren. Sei es, wenn Geheimnisse der drei Mädels oder der anderen Studenten ans Tageslicht kamen, die besser im Verborgenen geblieben wären oder der Leser genau spürt: Jetzt passiert wieder etwas. Man beginnt, alle Studenten genau zu beobachten, auf jedes kleine Detail zu achten, um herauszufinden, wer für die Übeltaten verantwortlich ist. Denn Gigi hat nicht nur Bette zum Feind...

Die Charaktere sind alle toll und realitätsnah beschrieben. Gigi ist dabei natürlich der größte Sympathieträger, weil man eben hautnah miterlebt, was sie durchleiden muss, und mit ihr hofft, dass ihre Krankheit ihr keinen Strich durch die Rechnung macht.
Bette ist die Oberzicke schlechthin, ihr Ego ist fast grenzenlos, sie sonnt sich in der Bewunderung anderer und kann natürlich nicht damit umgehen, nicht mehr im Mittelpunkt zu stehen.
June dagegen kann einem richtig leidtun. Nicht nur der Druck ihrer Mutter macht ihr schwer zu schaffen, auch ihre Essstörungen drohen sie immer wieder aus der Bahn zu werfen.
Und dann ist da natürlich noch Henri, dessen Freundin im letzten Jahr einen schlimmen Unfall bei den Proben hatte. Doch er weiss, dass mehr dahintersteckt...

Fazit:

Dein letztes Solo ist ein faszinierendes Buch um den harten Konkurrenzkampf dreier Nachwuchstänzerinnen in einer russischen Ballettakademie, das mich völlig mitgerissen hat.
Jede will ganz nach oben, will Primaballerina sein, koste es was es wolle...
Kein blutiger Thriller, dafür ein Buch voller unterschwelliger Spannung, dass uns sehr realistisch aufzeigt, was manche zu tun bereit sind, um das zu bekommen was sie wollen. 
Allerdings solltet ihr eine gewisse Faszination für das Ballett mitbringen, sonst verliert die Story eventuell ihren Reiz, und das wäre sehr schade.
Vertraue niemals einer Ballerina auf ihrem Weg nach oben, denn hinter ihrer Anmut brodelt der Hass...
Leseempfehlung für alle Tanz- und Ballettbegeisterten wie ich :)
5 von 5 Sterne







3 Kommentare:

  1. Hi :D

    Ich fand das Buch und die Welt rund ums Ballett auch genial und ich konnte wirklich tief ins Buch eintauchen, aber trotzdem hatte mir irgendwas gefehlt, das Ende kam mir irgendwie zu kurz, genau wie der Thrill...

    Schöne Rezi! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

  1. Das habe ich auch eben angefangen zu lesen - bin aber noch nicht weit gekommen. Ist aber schon spannend. :)

    Herzliche Grüße

    Lenchen

  1. Huhu Liebes :-*
    Da geht es dir genauso wie mir, mir hat dieses Buch wahnsinnig gut gefallen. Und ich war genauso begeistert wie du :-) Dankeschön für deine tolle Rezi <3

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