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[Rezension] Der Tag, an dem Rose verschwand von Linda Newbery

Freitag, 2. Januar 2015
Titel: Der Tag, an dem Rose verschwand
AutorIn: Linda Newbery
Verlag: blanvalet - Oktober 2014
ISBN: 978-3-7645-0497-7 - HC mit Schutzumschlag - € 19,99
ISBN: 978-3-641-12457-1 - ebook - € 15,99
Seiten: 416
Genre: Familiengeschichte


Kurzbeschreibung:


Es geschah um Viertel nach zwei an einem Mittwochnachmittag ...
Als Anna sich an einem heißen Sommertag auf den Weg in die Stadt macht, genießt Rose die Sonne im Garten. Anna ahnt nicht, dass sie ihre Schwester zum letzten Mal gesehen hat.

Zwanzig Jahre später fällt es Anna schwer, in die Zukunft zu blicken, da doch Rose immer nur Vergangenheit sein wird. Auch ihre Mutter, die schon einmal einen geliebten Menschen verlor, scheint mit der Tragödie nicht abgeschlossen zu haben – und ein Geheimnis zu verbergen … Was ist damals in den 60ern passiert? Und wer ist Rosanna, von der sie immer wieder spricht?

Eine berührende Geschichte über Mütter und Töchter, über Schwestern und über die Geheimnisse, die wir in uns tragen.




Die Autorin: 

Linda Newbery studierte und unterrichtete Englisch, bevor sie ihr erstes Buch verfasste. Sie veröffentlichte bereits mehrere Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die vielfach ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem Costa Children's Book Award. Zur Zeit lebt sie mit ihrem Mann und drei Katzen in einem kleinen Dorf in der Grafschaft Oxfordshire im Süden Englands.

Meine Meinung:

Der Tag, an dem Rose verschwand hat mich von der ersten Seite an fasziniert.
Anna, inzwischen 33 Jahre alt kommt bis heute nicht mit dem Verschwinden ihrer damals 18 jährigen Schwester Rose vor knapp 20 Jahren klar.
Genau wie ihre Eltern, die immer noch darauf warten, dass Rose eines Tages wieder heimkehrt.
Sie wissen nicht, was damals passierte, sie wissen nicht, ob Rose überhaupt noch lebt.
Doch sie alle geben die Hoffnung nicht auf, und diese Hoffnung ist es, die ihr komplettes Leben, ihr Tun und Handeln bestimmt. Sie sind gebrochen, gezeichnet von Sorge und Unwissenheit um das Schicksal ihrer Tochter und Schwester. Roses Zimmer ist immer noch unverändert, wie ein Schrein. 
Ihr Namen zu erwähnen scheint ein Tabu zu sein, es schmerzt doch zu sehr.
Ihre Mutter Cassandra scheint darüber langsam aber sicher den Verstad zu verlieren.
Anna kann sich nicht auf Ihr Leben, ihren Job und ihre Beziehung zu Martin, der aus seiner geschiedenen Ehe 2 Söhne hat, einlassen. Sie kann schwer Entscheidungen fällen. Sie kann niemand begreiflich machen, wie es sich anfühlt, eine "Schattenschwester" zu haben, deshalb schließt sie alle, Martin eingenommen aus ihrer Gefühlswelt aus.
Doch sie gibt die Suche nicht auf. Immer wieder sucht sie auf Vermisstenseiten im Internet nach neuen Hinweisen, nimmt Kontakt zu Roses alten Freunden und Bekannten auf und hofft eines Tages doch noch den entscheidenden Hinweis zu erhalten...

Der Schreibstil der Autorin liest sich leicht und flüssig, ich war sofort in der Geschichte gefangen.
Der Erzählstil wechselt zwischen Annas hier und jetzt, der gemeinsamen Kindheit mit Rose und  Cassandras hier und jetzt und deren Vergangenheit. Teilweise begibt man sich mit Cassandra in die 60er Jahre zurück, und kommt so langsam dem Familiengeheimnis auf die Spur.
Das hat mir sehr gut gefallen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich selbst immer auf Hinweise über den Verbleib von Rose und den Grund für Cassandras seltsamnes Verhalten gehofft hatte.
Nach und nach fügt sich alles zu einem großen ganzen, mit viel Gefühl, Tragik und noch mehr Geheimnissen zusammen. Genauso, wie eine Familiengeschichte sein soll.

Die Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet, vor allem Annas und Cassandras Handeln kann man sehr gut nachvollziehen. Wie schlimm muss es für Eltern sein, ihr Kind zu verlieren und einfach nicht damit abschließen zu können, solange man nicht weiß was geschah?
Und wie schlimm muss es für Anna sein, die immer zu ihrer perfekten, großen Schwester aufgesehen hat, die sie nacheifern wollte und bis heute in deren Schatten steht?
Martin war mir nicht so sympathisch, er erwartet einerseits Offenheit von Anna und grenzt sie aber gleichzeitig aus, wenn es um seine beiden Söhne und seine Ex Frau Ruth geht. Aber seine Liebe zu Anna ist grenzenlos, sie scheint dies nur nicht wahrhaben zu wollen.
Ruth hingegen erweist sich als richtige Freundin für Anna, vor allem als es in der Beziehung zu kriseln beginnt.

Fazit:

Der Tag, an dem Rose verschwand ist ein emotionaler Roman über große und kleine Familien- Geheimnisse.
Über Verlust und Hoffnung, Loslassen und Festhalten. Eine Geschichte, die einen gefangen nimmt und unter die Haut geht.
Ganz klare Leseempfehlung!
5 von 5 Sternen





9 Kommentare:

  1. Oh das hört sich sehr gut an :) Wieder eine klasse Rezi von Dir :)

    LG Danni

  1. Jasi Ich hat gesagt…:

    Schön dass es dir so gut gefallen hat :) ♥
    Mir hat es anfangs & am Ende nicht so gut gefallen und habe im ganzen 3 Sterne vergeben.

    Liebe Grüße,
    Jasi ♥

  1. #BloKoDe über diese Liste gefunden - und als erstes springt mir eine Rezis ins Gesicht, wo ich das Buch noch nicht gelesen habe.
    Deswegen ... ganz schnell wieder weg
    Lass dir aber liebe Grüße da
    LG HANNE

  1. Dani Schwarz hat gesagt…:

    Hanne, nicht wegrennen ;) Bleib doch noch ein bisschen :P
    Jasi, deine Rezi habe ich gelesen, ich finde es immer wieder gut, wie weit doch die Meinungen auseinander gehen :)
    Liebe Grüße, Dani

  1. Liebe Dani, bin doch hier. Bloß ich les nicht immer gern die Rezis vorher von anderen, wenn ich das Buch noch nicht gelesen habe. Aber das macht nix. Ich habe dich jetzt mal gebookmarkt und auf FB auch
    xoxo Hanne

  1. Jana hat gesagt…:

    ich versuch am blogger-kommentiertag ja auch mal sachen zu lesen, die ich sonst nicht so lese (irgendwie vom kochen besessen, haha)
    aber dieses buch werde ich mir auf jeden fall demnächst zu gemüte führen.
    mein blog beschäftigt sich mit kochen, aber ein beschäftigter geist braucht gelegentlich ja auch nahrung.

    liebe grüße, jana

  1. Franzis hat gesagt…:

    Huhu..das Buch hört sich ja wirklich toll an, das wandert gleich mal auf meine Wunschliste :) glg Franzi

  1. Auf dieses Buch habe ich ja schon länger ein Auge geworfen, nach deiner Rezi jetzt habe ich richtig Lust bekommen es sofort zu lesen :-) Dankeschön für deine tolle Rezi und den wundervollen Buchtipp :-)

    Liebe Grüße
    Line :)

  1. Nicole Wagner hat gesagt…:

    Hallo Dani,

    das hört sich sehr interessant und die Rezension ist richtig schön geschrieben. Von dem Buch habe ich schon gehört, vielleicht ist es etwas für mich, ich werde es mir mal merken.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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