. . . . . . . Neuzugänge. . . . . . . .

[Rezension] Nebelflut von Nadine d´Arachart & Sarah Wedler

Donnerstag, 6. November 2014

Titel: Nebelflut
AutorIn: Nadine d´Arachart & Sarah Wedler
Verlag: telescope - März 2013
Seiten: 222
ISBN: 978-3941139527 - TB - €9,99
             3941139525 - ebook - €8,99
Genre: Thriller


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...Wer hat Angst vorm schwarzen Mann...

Kurzbeschreibung:

Vor neunzehn Jahren verschwand die kleine Amy Namara spurlos – nun werden ihre blutigen Kleider in einem Fluss nahe Dublin entdeckt. Zeitgleich beginnt eine grausame Mordserie. Schnell wird Amys Bruder Patrick, ein unbescholtener Arzt, zum Hauptverdächtigen. Was keiner weiß: Auch an Amys Schicksal ist er alles andere als unschuldig. Rau wie irischer Seewind und voll psychologischer Tiefe erzählt »Nebelflut« eine Geschichte von Schuld und Sühne, von Liebe und Abhängigkeit und davon, wie man am Ende immer wieder von der eigenen Vergangenheit eingeholt wird. Finster, gefährlich, hintergründig: Nadine d'Arachart und Sarah Wedler haben ein Wortgemälde geschaffen, das wenig Licht, doch umso mehr Schatten zeigt.



Die Autorinnen:

Nadine d’Arachart und Sarah Wedler, geboren 1985 und 1986 in Hattingen, studieren Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und schreiben seit mehr als zehn Jahren gemeinsam. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Jahrbüchern erhielten sie verschiedene Preise für ihre Kurzgeschichten und Drehbuchideen. Außerdem nahmen sie am Finale des Open Mike 2011 teil. Zuletzt wurden sie im November 2012 mit dem Förderpreis des Literaturbüro Ruhr ausgezeichnet. Ihr erster Roman „Die Muse des Mörders“, ein Remake des E.T.A.-Hoffmann-Klassikers „Das Fräulein von Scuderi“, erschien im Frühjahr 2012. Ihr zweites Buch, der Thriller „Abgründe“ wurde im April 2012 als E-Book veröffentlicht.  

Meine Meinung:

Nachdem ich schon von dem Thriller "Abgründe" absolut überzeugt war, musste ich Nebelflut natürlich auch unbedingt lesen.
Die beiden Ermittler Brady McCarthy und dessen älterer Partner Sean Callahan werden zu einem vermutlichen Leichenfundort außerhalb von Dublin gerufen. Die angebliche Leiche entpuppt sich aber als Bettlaken, indem ein helles Nachthemd und ein  alter Teddybär eingewickelt und in den Fluß geworfen wurde, wo es sich im Geäst verfing. Sean hat gleich eine Vermutung: Der Teddy gehörte der kleinen sechsjährigen Amy Namara, die vor 19 Jahren spurlos verschwand und mit deren Fall Sean damals betraut war. Gelöst wurde er jedoch nie, es gab keine Lösegeldforderung, keine Einbruchspuren im Haus der Namaras, keinen Hinweis - nichts.  Das Mädchen blieb wie vom Erdboden verschluckt, aber eine Leiche wurde nie gefunden.
Als kurz darauf ein Mann bestialisch ermordet aufgefunden wird führen Spuren ausgerechnet zu Amys Bruder, dem erfolgreichen Arzt Patrick Namara, der inzwischen verheiratet ist und selbst eine kleine Tochter hat. Die beiden Ermittler rollen den Fall noch einmal auf und finden sich bald in einem verwirrenden Netz aus falschen Indizien, namenlosen Verdächtigen und weiteren Morden.

Patrick Namara ist seit dem Verschwinden seiner kleinen Schwester nicht mehr der Gleiche. Seine immer wiederkehrenden Panikatacken versucht er mit Kokain und Diazepam in den Griff zu bekommen, verliert dabei aber immer wieder Stunden seines Erinnerungsvermögens. Bald schon scheint ihm sein komplettes Leben zu entgleiten. Der Leser erfährt, dass auch Patrick irgendwas mit dem Verschwinden seiner Schwester zu tun haben scheint, zumindest plagen ihn heftige Schuldgefühle. Dadurch wird er etwas undurchsichtig, erfährt man doch lange nicht den Grund. Könnte er wirklich ein Mörder sein?
Seine Eltern Jack und Evelyn hatten nach Amys Verschwinden zuerst noch Hoffnung, aber im Laufe der Jahre wurde kaum noch von Amy gesprochen. Verdrängung als Schmerzbewältigung.

Sean ist zwar ein alter Griesgram, aber auch ihn hat der nie gelöste Fall um das kleine Mädchen verändert.
Sein Partner Brady ist ein Neuling im Morddezernat, seine erste Leiche übersteht er nicht ohne sich erleichtern zu müssen... Mit umso mehr Eifer stürzt er sich auf die Lösung des Falles. Er lässt sich sogar auf einen Deal mit der Reporterin Chloe MacGowan ein, um zu kontrollieren, was die Presse veröffentlicht und was nicht.
Die beiden sind sympathische Typen, genau so stelle ich mir kauzige Iren vor ;) 

Die Geschichte wird in der Erzählform geschrieben, zwischendurch schwenkt die Story in die Vergangenheit, in der man viel von Amys Martyruim erfährt. Ich als Mutter empfinde die Story noch viel emotionaler, denkt man doch mit einem sehr beklemmenden Gefühl über Themen wie Kindsentführung oder gar Kindsmord, und hofft, dass einem selbst so etwas nie passieren wird.
Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist packend und schonungslos. Sie verstehen es ausgezeichnet, ihre Leser immer wieder auf die falsche Fährte zu locken, um dann mit einem Ende aufzuwarten, das einen absolut vom Hocker haut.  Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, ich wollte immerzu wissen wie es weitergeht. Ich habe mir das Hirn zermartert, nach den kleinsten Hinweisen gesucht, nur um immer wieder feststellen zu müssen, dass ich auf dem Holzweg war. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite!

Fazit:

Nebelflut ist ein Thriller der unter die Haut geht. Eine Geschichte von den Schrecken der Vergangenheit, düster und gefährlich. Muss nicht jede Schuld  irgendwann gesühnt werden? Ein Spiel mit den Urängsten der Kindheit. Ein Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte, bei dem man mitfiebert und der einen absolut vom Hocker haut.
5 von 5 Sternen













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