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[Rezension] Todeswächter von Veit Etzold

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Titel: Todeswächter:
Autor: Veit Eztold
Verlag: Bastei Lübbe - September 2014
ISBN: 978-3-404-16991-7 - TB €9,99 - ebook €8,99
Seiten: 445
Genre: Thriller



Wer davon lebt, einen Feind zu bekämpfen hat ein Interesse daran, dass dieser Feind am Leben bleibt
Friedrich Nietzschke

Kurzbeschreibung:

Clara Vidalis, Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, steht vor dem bislang rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Eine Serie grausamer Morde erschüttert die Hauptstadt. Zwischen den Opfern gibt es keine Verbindung – außer der Handschrift des Täters: Die Leichen wurden nach ihrem Tod auffällig in Szene gesetzt, in ihren Mundhöhlen findet die Polizei antike Münzen. Doch das Merkwürdigste: Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass der Täter sich über einen längeren Zeitraum bei seinen Opfern aufgehalten hat. Allerdings ist die an den Tatorten sichergestellte DNA jedes Mal eine andere. Sind hier womöglich mehrere Mörder am Werk?


Über den Autor:

Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, studierte Anglistik, Kunstgeschichte, Medienwissenschaften und General Management in Oldenburg, London und Barcelona. 2005 promovierte er zum Kinofilm "Matrix". Während und nach seinem Studium arbeitete er für Medienkonzerne, Banken, in der Unternehmensberatung und in der Management-Ausbildung. Veit M. Etzold lebt in Berlin.

Meine Meinung:

Mit Todeswächter legt uns Veit Etzold einen absoluten Thriller der Spitzenklasse vor. Brutal, abgründig und spannend. Vorweg möchte ich anmerken, dass er absolut nichts für zartbesaitete oder schwache Nerven ist. Mein Kopfkino stieß mehr als einmal fast an die Grenze des Erträglichen, ich muss aber sagen, dass ich genau solche Thriller mag.
Es wurde schon viel darüber diskutiert, ob die ganzen Hintergrundinfomationen in der ersten Hälfte des Buches nötig gewesen wären, für mich haben sie das Buch umso interessanter gemacht. Wusstet ihr so z.Bsp, dass das menschliche Gehirn beim Erhängen Glücksgefühle empfindet? Warum das so ist weiß man nicht, Es wird zwar kein Sauerstoff zum Gehirn transportiert, aber es gibt die Illusion, dass es so ist, zumal  die Atemwege frei sind und Kohlendioxid abgeatmet werden kann. Man ist erst glücklich, dann bewusstlos, dann tot. Schaurig, nicht wahr?
Ebenso interessant  fand ich die These, dass Bon Scott, der erste Sänger von AC/DC nicht wie allgemein bekannt an seinem Erbrochenen erstickt ist, sondern erfroren, nachdem er 16 Stunden im Delirium bei gerade mal 3 Grad in einem Auto gelegen hatte.
Ich finde es bemerkenswert, wieviel Mühe der Autor in die Recherche gesteckt hat und uns damit interessante Einblicke in die Ermittlungsarbeit gibt.

Die Geschichte wird in der Erzählweise dargestellt. Beginnend aus der Sicht des Mörders bei seiner ersten Tat. Veit Etzold schreibt schockierend offen und packend. Vor allem die Geschichte des kleinen Jungen und dessen Leid hat mich tief getroffen. Oft habe ich mich gefragt, wieviel kann ein Mensch ertragen bevor er selbst zum Mörder wird? Der Leser merkt schnell, dass es mit diesem Jungen etwas auf sich haben muss, man kommt nach und nach hinter die Beweggründe. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch, denn die wahre Identität wird erst kurz vor Schluss aufgedeckt. Ich hatte fast ein wenig Mitleid mit dem Mörder.

Auf der anderen Seite stehen die Ermittler Clara Vidalis und ihr Partner Walter Winterfeld. Unterstützt werden die beiden von Dr Martin Friedrich, Leiter der Abteilung für operative Fallanalyse, der von allen nur MacDeath genannt wird. Diesen Spitznamen bekam er in den USA verpasst, da er sich für schottischen Whiskey und Shakespeares Macbeth begeisterte
Zusammen versuchen sie Parallelen der Opfer zu finden. Dies erweist sich aber als ziemlich schwierig. Alles was die Opfer gemeinsam haben ist eine Münze, die der Mörder unter deren Zunge platziert.Wie in der griechischen Mythologie,  als den Toten ein Wegegeld für den Fährmann Charon mitgegeben wurde.
Und warum sind die Leichen soweit hergerichtet, dass man die schlimmsten Verletzungen nicht sieht? Wollte der Mörder seine Tat etwa wieder gutmachen?
Man  kann nicht wie ein Serienkiller denken, dann wäre man selbst einer.
Der Schreibstil von Veit Etzold liest sich flüssig und packend, ich konnte das Buch schwer aus der Hand legen, obwohl es definitiv keine einfache Kost war. Die Spannung hält sich konstant durch das gesamte Buch ohne langatmig zu werden. Gerade der Schluss wurde ziemlich schnell abgehandelt, der hätte meiner Meinung noch etwas mehr ausgebaut werden können.
Über die Ermittler erfährt man kaum etwas privates, ich empfand sie aber als durchaus sympathische Kumpeltypen, mit denen ich fieberhaft mitgerätselt habe.Ncht zu vergessen der Junge, welchen ich am liebsten tröstend in die Arme geschlossen hätte um ihm zu sagen: Alles wird gut.
In dem Buch wird immer wieder auf Claras vergangene Fälle, den Drachen oder den Facebook-Mörder hingewiesen, was mich sehr neugierig gemacht hatte, da dies mein erstes Buch von Veit Etzold war, aber definitiv nicht mein letztes!

Obwohl ich Cover nicht bewerte muss ich sagen dieses ist schon sehr besonders mit dem ausgestanzten Sarg der wenn man darunter schaut auf schwarzer Erde steht.  Es spiegelt die düsteren Empfindungen des Romanes sehr gut wieder.


Fazit:

Todeswächter ist ein perfide ausgearbeiteter Psychothriller der Spitzenklasse mit Gänsehautgarantur. Veit Etzold lässt uns tief in die menschlichen Abgründe blicken, er lässt uns leiden, hoffen und bangen. Gewürzt mit einer guten Prise Brutalilät ist dieser Roman nichts für schwache Nerven! Dafür umso mehr für mich! 
Cody McFadyen hat Konkurrenz bekommen!
Ganz klare Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen



 an dieser Stelle danke ich dem Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares sowie blogg dein Buch für die Aktion.

1 Kommentare:

  1. *Manja* hat gesagt…:

    Huuii, mein lieber Scholli, Dani.
    Danke für diese Rezension.
    Du machst einen schon neugierig `drauf... ;-)
    glG, Manja

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